Die Feldenkraismethode

Meine Begegnung mit der Feldenkraismethode.

Meine ersten Begegnungen mit dem Sport liegen bereits lange zurück.
Ich war ca. 6 Jahre alt.
Das Kriechen durch die Turnbänke unter der Leitung meines ersten Übungsleiters, Herrn Wassmann, wurde bald abgelöst durch die Riesenwelle am Reck und anderen, leistungsorientierten Aktionen im Sport.
Ob Leichtathletik, Rudern oder Selbstverteidigung, immer war Leistung gefragt.
Dann, etwas größer und älter geworden, trat der Gesundheitssport in mein Leben.
-Leistung ja, aber in Maßen-.
Und schließlich erlebte ich eine Sparte in der nicht Leistung sondern Aufmerksamkeit gefragt war und ist.
Die Feldenkraismethode!
Es wird nicht die Leistung bewertet. Im Vordergrund steht bei der Feldenkraismethode die Achtsamkeit.
Achtsam sein für das was in der Bewegung zu erleben ist.
Denn nur wenn ich etwas bewusst erlebe, kann ich, sofern erforderlich, bewusst in die Bewegung eingreifen und verändern.
Das funktioniert nur dann, wenn Krafteinsatz und Bewegung auf ein Minimum reduziert werden.
Und das fällt schwer!
Neugierig geworden besuchte ich einige Seminare zum Thema.
Ich durfte Veränderungen im Bewegungsalltag erleben obwohl die Bewegungen mit lediglich geringster Kraft, aber mit einem Höchstmaß an Bewusstheit ausgeführt werden.
Erst unter diesen Voraussetzungen wird Bewegung erleb- und wahrnehmbar.
Im Rahmen dieser Bedingungen kann ich bewusst und unbewusst Veränderungen herbeiführen.
Neue Erkenntnisse!
Durch private Motivationen entschloss ich mich dazu die Ausbildung zum Feldenkraislehrer zu machen.
Da ich diese Erfahrungen möglichst authentisch sammeln wollte, meldete ich mich zur Ausbildung in Nijmegen NL, unter der Leitung von Mia Seagal an.
Mia war die erste Assistentin von Dr. Moshe Feldenkrais und hat die Anfänge der Methode in Zusammenarbeit mit dem 1984 gestorbenen Physiker entscheidend auf dem weltweiten Siegeszug
begleitet. Neben den vielen Berichten über das Leben und Arbeiten von Moshe Feldenkrais war es ein tolles Erlebnis Mia Seagal und auch ihre Tochter Leora Caster zu erleben.
60 Teilnehmer trafen sich nahezu 4 Jahre zu jeweils 3 X 12- tägigen Ausbildungsreihen im Jahr.
Das Publikum war aufgrund der Bekanntheit von Mia international und so war es selbstverständlich, dass die Kurssprache Englisch war.
So konnten sich Teilnehmer aus Deutschland, Holland, Norwegen, Schweden, Spanien, Italien, Sc

hottland und auch aus Japan und den USA in den jeweils 12 Tagen verständigen.

Diese Ausbildung, in welcher ein von Achtsamkeit geprägtes Bewegen im

Mittelpunkt stand, hat viele

Erkenntnisse in mein bewegungsorientiertes Leben gebracht.
Im Rahmen zahlreicher Kurse die ich später zum Thema veranstaltet habe, konnte ich durch die Erfahrungen mit und in den Gruppen weiter dazulernen.
Wenn auch die von mir veranstalteten Kurse heute weniger geworden sind, so kann ich doch behaupten, dass infolge dieser intensiven Feldenkraisarbeit bei mir ein dauerhaft geändertes Verständnis für Bewegung geblieben ist.
Immer wieder, und so auch in den kleinsten Bewegungen des Alltags, wird mir der von M. Feldenkrais geprägte Satz bewusst den dieser oft zitiert haben soll.

Dr. Moshe Feldenkrais

“If you know what you do, you can do what you want”.
Wenn du weißt was du tust, kannst du tun was du willst“.

Eben das ist das Thema: Sich bewusst zu machen „wie bewege ich mich eigentlich im Alltag“.
So tritt z.B. der Rücken erst dann in unser Bewusstsein wenn`s weh tut.
Warum nicht bewusst vorher daran arbeiten?